Polen

Der wilde Osten

polenMit Unterstützung des Polnischen Fremdenverkehrsamtes stellte die Warschauer Incomingagentur Travel Projekt im Herbst 2011 bustouristische Reiseziele in den beiden östlichsten Woiwodschaften vor. Diesmal: Woiwodschaft Podlaskie.

Zubrowka, den „Bison Grass Vodka“ von Polmos Bialystok aus der Woiwodschaftsmetropole, gibt es überall in Polen zu kaufen. Dieses 40-prozentige Destillat enthält je Flasche einen der Grashalme, die einst im Nationalpark Bialowieski wuchsen. In dem großflächigen Urwaldgebiet an der Grenze zu Weißrussland leben seit 1952 wieder Herden des Bison bonasus (europäischer Bison, eine Wisent-Gattung) in freier Wildbahn. Diese kräftigen, aber auch sehr scheuen Wildrinder bekommt dort kaum ein Mensch wirklich zu sehen. Nur das Gras, über das sie liefen und nicht selber fraßen, gibt dem Zubrowka seinen besonderen Geschmack.

Und im Nationalparkzentrum von Bialowieza wird ausführlich über diese Wildtiere in der angrenzenden Urwaldregion informiert. Der vier Kilometer lange Weg im eigentlichen Nationalpark selbst darf nur mit autorisierten Touristenführern begangen werden. Er führt durch einen einzigartigen Mischwalddschungel, der sich selbst überlassen bleibt und so zur Heimat von vielen extrem seltenen Pflanzen- und rund 12.000 Tierarten wurde. Welche Tiere in dem gigantischen Naturreservat leben, zeigt das Nationalparkmuseum ausgestopft und das Wisent-Schaugehege westlich von Bialowieza lebendiger Form.

Das Naturwaldgebiet erstreckt sich von Polen aus bis weit nach Weißrussland hinein. Es ist der letzte Tieflandurwald Europas und gehört seit 1992 zur Unesco-Weltnaturerlebenliste. Ganz früher war die Gegend ein beliebtes Jagdgebiet der polnischen Könige und russischen Zaren. Carska ist das polnische Wort für Zar. Und Carska heißt das stilvolle Nobelrestaurant in dem alten Bahnhof bei Bialowieza, den sich der russische Herrscher 1903 dort für seine Jagdausflüge errichten ließ. Ein polnischer Investor möbelte diese Immobilie nun auf, richtete auf dem denkmalgeschützten Areal einige Gästezimmer her und schaffte historische Eisenbahntechnik ran, um das Ambiente komplett zu machen. Diese exklusive Lokalität, unmittelbar an der Grenze zu Weißrussland, kann als krönender lukullischer Abschluss der Urwaldvisite dienen.

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