Fahrbericht Volvo 9900 LHD 6x2

Mehr Kraft als gewöhnlich

volvo9900Top of the Range heißt bei Volvo 9900. Das Flaggschiff mit Theaterbestuhlung wird jetzt von einem 13-Liter-Sechszylinder befeuert, der für ungewöhnliche Dynamik sorgt.

Der plakative Auftritt ist nicht seine Stärke. Wieder guckt keiner, wenn unser Volvo 9900 in den Münchner Busbahnhof rollt.  Auch nicht die Fahrer, die sich sonst gerne die Hälse verdrehen, wenn ein hochpreisiger Hochdecker seine Vorstellung gibt. Aber gut, der aktuelle Volvo gab seinen Einstand bereits vor mehr als fünf Jahren. Und sein Entwurf galt in der Branche eher als zurückhaltend denn mutig. Wobei die Keilform der Fensterlinie nach außen die innen ansteigende Theaterbestuhlung kommuniziert.  Eine neue Chromblende, die den Aufwärtsschwung markiert, macht das neue Baujahr kenntlich. Die Klimaanlage wird seitlich eingefasst, die Hecklichter bekommen LED-Lichter, und das Markenemblem wird mit Karbon-Optik hinterlegt – man muss es schon wissen, um die neuen Volvos auch als solche zu erkennen.

Der Volvo trägt eben seinen Pelz nach innen – der Fortschritt sitzt unter seinem Blechkleid. Das immer noch aus rostfreiem Edelstahl gefertigt wird und nicht rostet. Fip und Fups – wie Comic-Figuren klingen die Kürzel der Sicherheitssysteme, die den Fahrer des schweren Dreiachsers im Kollisionsfall von vorn schützen. Ein solider Frontaufprallschutz (FIP) verteilt  die Aufprallkräfte auf die gesamte Fahrzeugstruktur verteilt. Und versteckt hinter der Reserveradklappe sitzt der Frontunterfahrschutz, der das Überrollen von PKW verhindert. Nur wenige Wettbewerber haben vergleichbare Konstruktionen – Sicherheit ist und bleibt eine Domäne der Schweden. Aber von Leichtbau kann keine Rede sein. Fahrwerk und Motor liefert das Volvo-Chassis B13R, ein 600-Liter-Kraftstofftank sorgt für große Reichweite. Und der Fahrer kommt im 9900 noch in den Genuss eines eigenen Einstiegs, der noch ein paar Kilo extra draufschlägt.

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